Die Aufbauorganisation

Die Aufbauorganisation bildet das hierarchische Gerüst einer Behörde oder eines Unternehmens. Dabei legt die Aufbauorganisation insbesondere die Rahmenbedingungen fest, d.h. welche Aufgaben genau von welchen Personen und mit welchen Sachmitteln zu bewältigen sind. In der Ablauforganisation dagegen sind die innerhalb dieses gegebenen Rahmens ablaufenden Arbeitsprozesse geregelt.

Ziele in der Aufbauorganisation

Bei der Planung einer Aufbauorganisation müssen zunächst Ziele definiert werden. Dabei sind die unterschiedlichen Forderungen der Kunden, des Unternehmens und der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Die Ziele der Kunden haben dabei Vorrang, da von diesen der Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens abhängt. Die wesentlichen Kundenziele sind in fast jedem Unternehmen:

  • hohe Qualität
  • schnelle Leistung
  • individuelle Produkte
  • eindeutige Ansprechpartner

Bei den Zielen des Unternehmens geht es vorrangig darum Gewinne zu erzielen und Verschwendung zu vermeiden. Wichtige Unternehmensziele sind daher:

  • Wirtschaftlichkeit
  • Zukunftssicherung
  • Ansehen
  • Koordination
  • Kontrollierbarkeit
  • Transparenz
  • Flexibilität

Die Ziele der Mitarbeiter sind meist nicht so leicht einschätzbar, da sie auch individuell variieren können. Häufige Ziele von Mitarbeitern sind aber:

  • Arbeitszufriedenheit
  • Abschirmung
  • Sicherheit
  • Aufstiegschancen
  • Konfliktfreiheit

Stellengestaltung in der Aufbauorganisation

Die Aufbauorganisation legt die Rahmenbedingungen für ein Unternehmen fest.

Die Aufbauorganisation legt die Rahmenbedingungen für ein Unternehmen fest.

Ein wesentlicher Punkt bei der Planung der Aufbauorganisation ist nach der Definition der Ziele die Stellengestaltung. Zuerst ist dazu eine Analyse der Aufgaben nötig, gefolgt von der Aufgabensynthese. Wichtig bei der Definition der Stellen ist dass eine Deckungsgleichheit zwischen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung besteht. Bei der Aufgabenanalyse wird die Gesamtaufgabe in unterschiedliche Teilaspekte zerlegt. Nach Kosiol geschieht das nach fünf Gesichtspunkten: Die Verrichtungsanalyse beschreibt was getan werden soll. Die Objektanalyse beschreibt, woran etwas getan werden soll. Die Ranganalyse beschreibt, wer etwas zu tun hat. Die Phasenanalyse behandelt die Frage warum etwas getan werden muss. Und die Zweckanalyse beschäftigt sich mit der Frage nach der Beziehung der Aufgabe zur Gesamtaufgabe. Bei der Aufgabensynthese werden dann die bei dieser Analyse benannten Teilaufgaben zu größeren Aufgabenkomplexen zusammengefasst. Das Ergebnis für die Aufbauorganisation können zum einen Beschreibungen von Stellen, d.h. von Aufgaben mit oder ohne Leitungsbefugnis, sein. Zum anderen können dies auch Beschreibungen von Instanzen, d.h. Stellen mit Leitungsbefugnis, sein.

Hierarchie in der Aufbauorganisation

Nach der Aufgabenanalyse und Aufgabensynthese entsteht als Grundlage der Aufbauorganisation ein hierarchisches Gefüge. Gekennzeichnet ist es durch Beziehungen zwischen den einzelnen Stellen und Abteilungen. Grafisch kann dieses Gefüge als Organigramm dargestellt werden. Dabei werden sowohl die organisatorischen Einheiten eines Unternehmens als auch dessen Aufgabenverteilung und Kommunikationsbeziehungen offengelegt. Es gibt horizontale und vertikale Organigramme sowie auch Mischformen aus beidem. Leitungsstellen werden symbolisch meist als Kästchen und unterstützende Stellen als Kreise im Organigramm dargestellt.

Weitere Organisationsformen

Außer der Aufbauorganisation gibt es noch die Matrixorganisation, die Ablauforganisation, die Holding, das Netzwerk, die Tensororganisation und modulare Organisationen.